Sonntag, 14. November 2021

Zeiler Waldmarathon

Fangen wir mal ganz von vorne an... Micha hat mir irgendwann mal vom Zeiler Waldmarathon erzählt. Da wusste ich noch nichts von dem Lauf, für mich war es an diesem Wochenende also die erste Teilnahme. Ich hab mir das alles auf der Website mal durchgelesen und gedacht, das könnte man doch so gegen Ende der Laufsaison schon noch schön mit einbauen. Zu dieser Jahreszeit ist der Wald ja bekanntlich am schönsten und der Naturpark Haßberge ist mit seinen naturnahen Wäldern mit viel Laubbaumbestand sehr schön anzusehen. Also kurz die Ausschreibung checken und dann für den Halbmarathon anmelden. Die 20€ Startgebühr für den Halbmarathon sind da echt nicht zu viel. Insgesamt bietet die Strecke gut 400hm und ist somit also keine reine Ballerstrecke, wir wollten deshalb eher einen Genusslauf draus machen. Spätestens nach den Kulmbachtrails waren wir Höhenmeter ja gewohnt und konnten so in etwa abwägen was abgehen wird. Micha ist die Strecke vor einigen Jahren schonmal auf der Marathondistanz gelaufen. Das ist mir aber zu viel, vor allem muss die Runde dann zweimal absolviert werden. Man knallt sich dann also mal eben 800hm in die Beine. Respekt wer's durchzieht! So blieben wir brav beim Halbmarathon. 
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Schietwetter vor Beginn, was soll's
gehört eben auch mal dazu
Am Raceday ging es natürlich wie gewohnt los: Müsli, Tee, Sachen packen. Um neun war Abfahrt in Bayreuth, straight über die A70 nach Zeil am Main fahrend, standen wir eine gute Stunde später an der Startnummernausgabe. Es hatte sich erwartungsgemäß eine Schlange gebildet, es regnete auch leicht und es war schon echt recht schattig. Aber Dank der schnellen Abfertigung und guten Organisation an der Ausgabe hatten wir bald unsere Startnummern in den Händen. Zu unserer Freude wurde in der Organisation ein Shuttle-Bus zum Start/Zielbereich angeboten. Die Haltestelle war unweit von der Startnummernausgabe und die Wartezeit waren allenfalls ein paar Minuten. Einsteigen und ab in den Wald. Ich war sofort begeistert von der Kulisse und habe mich sofort geärgert meine GoPro diesmal nicht dabeigehabt zu haben. Aber man muss ja nicht alles fotografieren 😁. Der Start erfolgte dann mit etwas Verzögerung. Die ersten zweieinhalb Kilometer ging es erstmal nur bergauf. Naja klar, da wusste man dann gleich was los war und kommt gar nicht erst auf die Idee sofort Körner zu verballern. Also sind wir den ersten Kilometer schöööön entspannt in der Gruppe mitgeschwommen. Kilometer zwei war dann schon etwas zügiger, oben angekommen habe ich es nicht bereut, erstmal langsam gemacht zu haben. Bei den Kulmbach Trails war der erste Anstieg ja auch direkt nach dem Start, da hab ich aber ziemlich überpaced und das dann mit harten Waden auch teuer bezahlt, hatte mich zudem schlecht aufgewärmt, das war diesmal alles anders, denn man lernt ja bekanntlich nie aus. Oben angekommen kam sofort eine der Situationen die ich am Zeiler Waldmarathon lieben gelernt habe. Es ging erstmal ein paar Kilometer gefühlt lange, seicht bergab und man konnte es super rollen lassen. In den Passagen von Kilometer 2,5 bis 6 gab es nur wenige kleine Anstiege. Insgesamt wellig, ja, aber eben meist leicht bergrunter. Bei km 7 kam dann ein knackiger Anstieg von ca. 500m, ehe es erneut in eine schöne langgezogene Bergabpassage überging. Bis km 10 konnte man also, abgesehen vom ersten langen knackigen Anstieg und dem zweiten derben Stück, schön vor sich hinlaufen ohne sich zu quälen, was auch an den tollen befestigten Waldwegen lag. Es gab keine Singletrails oder enge Stücke, nur dann und wann war es wegen des vorherigen Regens halt mal leicht matschig, was ein paar Körner kostet, aber das gehört dazu. Man hatte also immer gut Platz. Ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden und konnte einige Plätze gutmachen. Micha war irgendwann ein Stück hinter mir. Ich wusste, dass wir das heute eigentlich gemütlich angehen wollten. Aber es hat so Spaß gemacht dass ich es dann doch etwas zügiger durchgezogen habe. Irgendwann rief mir jemand zu, dass ich auf Platz 26 läge, bei mehr als 230 Startern war ich damit sehr zufrieden und spielte mit dem Gedanken vielleicht die Top 20 anzupeilen. Aber es einfach so weiterlaufen zu lassen und sehen was dabei rauskommt, überwog dem Gedanken jetzt noch mehr rauszuhauen. Es lief gut, warum sollte ich es übertreiben? Man muss bei sowas nicht immer am Anschlag unterwegs sein. Genießt es, macht Euer Ding und lasst es laufen, so wie es sich gut anfühlt 😉. Bei der Verpflegungsstation bei km 14, die etwas in einer Senke außerhalb des Waldes lag, konnte man auf den Abschnitt blicken, den man gerade runtergekommen ist. Da sah ich Michas unverkennbare Kombi aus seinem orangen Longsleeve über dem das MaliCrew Shirt war. 
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Micha, Holger und ich ziemlich
happy im Zielbereich
War eigentlich klar, dass der die Beine auch nicht ganz stillhalten konnte. Er war nur ein paar Plätze hinter mir. Wieder zurück in den Wald ging es erstmal wieder 2 Kilometer bergan und oben wieder an einer Verpflegungsstation vorbei. Von dort links ab, hatte man wieder eine kurze, aber schöne Bergabpassage zu laufen. Die Schilder, die am Streckenrand standen, hatten im übrigen einen gut motivierenden Faktor. Bei Bergaufpassagen hieß es "ich bin der Berg, pack mich!" oder "umkehren bringt jetzt auch nichts", während man bergab zu lesen bekam "jetzt rollt es aber!". Hat alles gepasst 😁. Die letzten 4km waren relativ eben und zum Ziel hatte man keine größeren Anstiege mehr vor sich. Am Ende hat meine Uhr zwar gesponnen und den Weg, sowie die Höhenmeter nicht mehr aufgezeichnet, aber wenn ich mich auf Strava so umsehe, war ich da nicht der einzige. Liegt wohl am dichten Wald 😉. Ich wurde in 01:33:24 sogar 20ter und 3ter in meine Altersklasse. Hab die Top 20 also doch noch geschafft. Micha kam nur einige Plätze nach mir ins Ziel und wurde ebenfalls 3ter in seiner AK. Rundum happy fuhren wir kurz darauf wieder nach Hause, denn man kühlte schnell aus. Vorher holten wir uns aber noch unsere regionale Flasche Wein an der Startnummernausgabe ab, die im Paket mit dabei war.

Mein Fazit: Toller, gut organisierter Lauf mit Shuttle-Bus und guter Streckenkennzeichnung, schönen Waldwegen und einer welligen Strecke mit ein paar knackigen Anstiegen, die aber mit genialen Bergabpassagen belohnt werden. Ich komme wieder!

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Am Ende Platz 20 gesamt und Platz 3 in der AK

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